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AUF MUNCHS SPUREN DURCH NORWEGEN

Edvard Munch: „Selbstbildnis. Zwischen Uhr und Bett“, 1940–43 © Munch Museum

Edvard Munch: „Selbstbildnis. Zwischen Uhr und Bett“, 1940–43 © Munch Museum

Munch Museum Oslo zeigt Sonderausstellung „Johns + Munch“ (18.6. – 25.9.2016)  
Rund um Oslo lassen sich viele Werke und Wirkungsstätten des Malers entdecken.
Der Norweger Edvard Munch zählt zu den bedeutendsten Malern der Moderne und inspirierte Generationen von Künstlern in aller Welt – so auch Jasper Johns, einen der wichtigsten Vertreter der zeitgenössischen Kunst. Spannende, bisher kaum bekannte Bezüge zwischen den beiden herausragenden Malern, die zwei Kontinente und rund 70 Jahre trennen, werden ab dem 18. Juni 2016 in der Sonderausstellung „Johns + Munch“ im Munch Museum in Oslo präsentiert. Zu sehen sind rund 130 Werke, darunter Gemälde, Grafiken, Zeichnungen und Fotografien. Ein zentrales Moment ist die Verbindung von Munchs spätem Selbstbildnis „Zwischen Uhr und Bett“ und Johns‘ Serie abstrakter Kreuzschraffuren, die er von diesem Bild ableitete und in den siebziger Jahren zum Signaturmotiv machte.
An zahlreichen weiteren Orten in Norwegen lassen sich Munchs Meisterwerke bestaunen, die Wirkungsstätten des Künstlers erkunden oder die Landschaften durchstreifen, die Munch inspirierten. Oslo ist für Munch-Fans ein Muss: Seiner Heimatstadt eng verbunden, vermachte der Künstler der Stadt nach seinem Tod eine riesige Sammlung an Gemälden, Zeichnungen, Briefen und persönlichen Dingen. Diese können derzeit nur in Teilen in den Wechselausstellungen im Munch Museum gezeigt werden. Denn das Museum, das eigens für diesen Nachlass errichtet wurde, hat nicht genug Platz, um den Kunstschatz adäquat zu präsentieren. Doch das soll sich bald ändern: In einem spektakulären Museumsneubau, der gerade direkt gegenüber der Osloer Oper entsteht, können Besucher ab 2020 das Oeuvre des Künstlers angemessen erleben. Schon jetzt findet man eine erlesene, besonders an zentralen frühen Gemälden reiche Munch-Sammlung mit einigen Highlights in der Nationalgalerie in Oslo. Auch die Bilder „Der Schrei“ oder „Madonna“ sind nach ihrem Raub im Jahr 2008 wieder hier zu sehen. In den Sommermonaten können Besucher das Winteratelier des Künstlers in Ekely vor den Toren Oslos besichtigen, wo Munch fast 30 Jahre lang bis zu seinem Tod im Jahr 1944 lebte und arbeitete.

An der Westküste des Oslofjords, etwa eine Autostunde von Oslo entfernt, gibt das mit Originalmöbeln eingerichtete Munch-Haus in Åsgårdstrand spannende Einblicke in das Wohn- und Arbeitsumfeld des Künstlers: In dem Badeort, in dem Munch in den 1880er Jahren mehrere Sommer verbrachte und einen bedeutenden Teil seiner Meisterwerke schuf, machte er eine der einschneidendsten Erfahrungen seines Lebens: Über die enttäuschte Liebe zu einer verheirateten Frau kam der Maler nie hinweg, was sich in einer Reihe von Bildern, etwa in „Melancholie“ oder „Die Mädchen auf der Brücke“ widerspiegelt. Auf der gegenüberliegenden Seite des Oslofjords, eine kurze Fährüberfahrt von Horten nach Moss entfernt, liegt die Insel Jeløya, wo der Künstler von 1913 bis 1916 in dem majestätischen Herrenhaus Grimsrød wohnte. Eine Wanderung über die Insel führt durch die Landschaft, die Munch zu einigen seiner „alltäglichsten“ Bilder inspiriert hat. Und auf dem  Hof Ramme Gård in Hvitsten, wo Edvard Munch ebenfalls viele Jahre gelebt und gearbeitet hat und der gerade zu einem Hotel mit Kunstgalerie umgebaut wird, können Besucher ab dem nächsten Jahr sogar im Schlafzimmer des Malers übernachten.

Als weitere Stationen bietet sich ein Besuch in Løten, 120 Kilometer nördlich von Oslo, an: In dem Ort, in dem der Maler am 12. Dezember 1863 geboren wurde, gibt das Munch-Zentrum Einblicke in seine Kindheit, auf einem Munch-Pfad lassen sich verschiedene Stationen im Ort erkunden. In Bergen schließlich zeigt das KODE Kunstmuseum, das auch über eine hochkarätige Sammlung von Munch-Werken aus allen Schaffensphasen verfügt, weitere herausragende Gemälde, darunter auch „Melancholie“ und „Frauen in drei Stadien“.

Weitere Informationen:
www.munchmuseet.no/de
www.nasjonalmuseet.no
www.munchshus.no/de
www.kodebergen.no/en

Weitere Kulturtipps aus Norwegen finden Interessierte unter www.visitnorway.com.

Veröffentlicht unter: Kunst

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