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Kulinarik Istrien

Konobas: Jahrhundertealte Kochtradition als neuer Geheimtipp für Gourmets

Istriens Hüter des Feuers

Europa, Kroatien, Istrien, Novigrad, Brtonigla, Konoba Astarea, traditionelles Landgasthaus mit offener Feuerstelle, Grill, Fisch-Peka an der Feuerstelle in Glut geschmort

Europa, Kroatien, Istrien, Novigrad, Brtonigla, Konoba Astarea, traditionelles Landgasthaus mit offener Feuerstelle, Grill, Fisch-Peka an der Feuerstelle in Glut geschmort

Die kroatische Adria-Halbinsel Istrien macht nicht nur durch Gourmetrestaurants sowie Olivenöl- und Weinstraßen als kulinarisches Trendziel von sich reden. Eine Renaissance feiert die traditionsreiche Kultur der Konobas (Landgasthäuser), wo bodenständige Spezialitäten im Gastraum am offenen Feuer zubereitet werden.

Was dem Franzosen das Bistro und dem Italiener die Osteria, ist dem Kroaten die »Konoba«. In so einem rustikalen, oft aber auch gediegenen Wirtshaus ist gut sitzen, plaudern und vor allem: essen.

Vielfältig wie Istriens Küche erweisen sich auch die Charaktere der Konobas. Pršut, Käse und flaumiges Brot ist nahezu überall zu finden. Ansonsten wird serviert, was draußen gerade wächst und gedeiht. An den Küsten daher viel Fisch, Muscheln und Krustentiere. Im Hinterland Wild- und Schweinefleisch, Lamm, Kalb, Geflügel oder das einzigartige Fleisch vom autochthonen Boškarin-Rind. Grillgerichte haben bei den Besuchern die Nase vorn, gelten die Istrianer doch als die Hüter des Feuers. Ragouts werden von Einheimischen geliebt, vorzugsweise mit der Regionalnudel »Fuži«.

Eine wichtige Rolle spielen je nach Saison der wilde Spargel, Pilze und nicht zuletzt Trüffel, die in den Konobas über die jeweiligen Speisen meist nicht gehobelt, sondern geraspelt werden. Besonders empfehlenswert ist ein Gericht aus der »Peka« – eine jahrhundertealte istrianische Spezialität: Dabei wird eine Pfanne mit Fleisch oder Fisch und Kartoffeln in die Glut der offenen Feuerstelle gebettet, abgedeckt mit einer Glocke aus Metall oder Ton, auf die eine weitere Schicht Glut gehäuft wird. Nach ein bis drei Stunden verlässt die Peka ihr warmes Bett und verströmt beim Öffnen des Deckels herrliche Düfte. Das Gargut ist butterweich und saftig; die Aromen bleiben in ihrer ganzen Intensität erhalten…
Dazu servieren die Wirtsleute typisch istrianische Weine, meist weißen Malvazija und roten Teran, oft aus eigener Produktion. Empfehlenswerter Digestif: ein hausgebranntes Schnäpschen mit eingelegten Kräutern.

Weitere Infos: www.istra.hr

Drei ausgewählte Konoba-Tipps:

Konoba Stari Podrum
52426 Momjam, Most 52, T. 00385/52/77 91 52, www.staripodrum.info: Mirna Zrnić ist eine Pionierin der verfeinerten istrianischen Konobaküche. Exzellente Steaks (mit Trüffel!) und Pilzgerichte. Geheimtipp: Zwetschkenknödel.

Konoba Astarea
52474 Brtonigla, Ronkova 9, T. 00385/52/77 43 84, www.konoba-astarea-brtonigla.com: In stimmungsvollem Ambiente dreht sich alles ums offene Feuer, von den gegrillten Jakobsmuscheln über Fisch- und Fleischgerichte aus der Peka bis zum Apfelstrudel aus der Glut als Erinnerung an die Zeiten der österreichisch-ungarischen Monarchie in Istrien. Hübscher Gastgarten.

Konoba Bušcina
52470 Umag, Bušcina 18, T. 00385/52/73 20 88, www.konoba-buscina.hr: Die „Gourmet-Konoba“! Perfekt für einen Streifzug durch die vielfältige istrianische Küche: Vorzügliche Pasta sowie Fisch und Fleisch aus der Peka oder vom Grill.

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