Artikel

Schillers Gourmetreisen » Theater/Oper » Alfred-Kerr-Darstellerpreis 2017 für Michael Wächter

Alfred-Kerr-Darstellerpreis 2017 für Michael Wächter

54. Theatertreffen vom 6. bis 21. Mai 2017

Zum Abschluss des Theatertreffens wurde am Sonntag, 21. Mai zum 23. Mal der Alfred-Kerr-Darstellerpreis im Haus der Berliner Festspiele verliehen.

Michael Wächter - Schauspieler  Preisträger des Alfred-Kerr-Darstellerpreises 2017 verliehen am 21. Mai 2017 zum Abschluss des Berliner Theatertrreffens  im Haus der Berliner Festspiele foto: prisca ketterer

Michael Wächter – Schauspieler
Preisträger des Alfred-Kerr-Darstellerpreises 2017
verliehen am 21. Mai 2017 zum Abschluss des Berliner Theatertrreffens
im Haus der Berliner Festspiele
foto: prisca ketterer

Die Jurorin des Alfred-Kerr-Darstellerpreises 2017 Imogen Kogge traf ihre Entscheidung nach Besuch der acht beim 54. Theatertreffen gezeigten Inszenierungen (Die Inszenierung „Die Räuber“ vom Residenztheater München konnte aus dispositionellen Gründen nicht in Berlin gezeigt werden; die Vorstellungen von „Der Schimmelreiter“ des Thalia Theater Hamburg entfielen aufgrund einer Erkrankung im Ensemble). Der mit 5.000 € dotierte Preis für die herausragende Leistung einer jungen Schauspielerin/eines jungen Schauspielers im Rahmen des Theatertreffens geht in diesem Jahr an Michael Wächter für seine Rolle „Theodor“ in der Aufführung „Drei Schwestern“ von Simon Stone nach Anton Tschechow. Die Inszenierung in der Regie von Simon Stone (Theater Basel) war zur Festivaleröffnung am 6. sowie am 7. Mai 2017 im Haus der Berliner Festpiele zu sehen.

Aus der Begründung der Jurorin Imogen Kogge:
„Er vermag seinen großen Schmerz und seine Verzweiflung ins Extreme zu jagen, in der Wut über seine Ohnmacht sich zu betäuben, im Rausch, in Angeberei, in unangenehmste Selbstauflösung, nur um das aus- und durchzuhalten, was längst Gewissheit ist: seinen Lebens- und Liebesentwurf gescheitert zu sehen.
Und dann immer wieder kurze Momente des Stillstandes. Das hilflose Zusehen bei einer Katastrophe, dessen zentraler Bestandteil er selbst ist, alleine dadurch dass er ist, dass es ihn gibt. Das ist atemberaubend.“

Michael Wächter, geboren 1986 in Leipzig, studierte an der Roosevelt High School of Performing Arts in Kalifornien und an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. 2008 wurde er mit dem Bensheimer Theaterpreis der „Woche junger Schauspieler“ ausgezeichnet. Von 2010 bis 2015 war er Ensemblemitglied am Deutschen Nationaltheater in Weimar und arbeitete dort u.a. mit Thirza Bruncken, Thomas Dannemann, Robert Schuster und Hasko Weber. Seit der Spielzeit 2015/2016 ist Michael Wächter Ensemblemitglied am Theater Basel, wo er u.a. in Simon Stones Inszenierungen „Engel in Amerika“ und „Drei Schwestern“, sowie als Orestes in Calixto Bieitos spartenübergreifender Produktion „Oresteia“ und in „Idomeneus“ von Roland Schimmelpfennig zu sehen ist.

Zur Preisverleihung am 21. Mai um 13 Uhr im Haus der Berliner Festspiele waren anwesend: Diana Kerr, Dr. Günther Rühle (Präsident Alfred-Kerr-Stiftung), Dr. Deborah Vietor-Engländer (neue Präsidentin der Alfred-Kerr-Stiftung), Torsten Maß (Stiftungsvorstand), Dr. Thomas Oberender (Intendant der Berliner Festspiele), Yvonne Büdenhölzer (Leiterin des Theatertreffens) und Prof. Dr. Peter von Becker (Der Tagesspiegel).
Mit der diesjährigen Preisverleihung folgt als Präsidentin des Stiftungsrats Dr. Deborah Vietor-Engländer, ausgewiesene Kerr-Expertin und Herausgeberin von Kerr-Briefen, auf Dr. Günther Rühle, der seit 1999 Präsident der Alfred-Kerr-Stiftung ist.

Im Dezember 2017 jährt sich Alfred Kerrs Geburtstag zum 150. Mal. Aus diesem Anlass lasen Ulrich Matthes und Gerd Wameling die von Moritz Rinkegeschriebene Dramatische Novelle „Arthur Schnitzler beim Verfassen des ärztlichen Gutachtens über den Kritiker Siegfried Jacobsohn in Anwesenheit des Herrn Kerr“ (Recherche Deborah Vietor Engländer).

Der Alfred-Kerr-Darstellerpreis wurde 1991 von der Familie Kerr und der Pressestiftung Tagesspiegel sowie den Berliner Festspielen gemeinsam ins Leben gerufen. Die nach dem berühmten Berliner Theaterkritiker benannte Auszeichnung würdigt die herausragende Leistung einer jungen Schaupielerin/eines jungen Schauspielers in einer der zum Theatertreffen eingeladenen Inszenierungen. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird durch die Alfred-Kerr-Stiftung mit Unterstützung durch den Tagesspiegel, die Schering-Stiftung und die Stiftung Preußische Seehandlung finanziert.

Hier finden sie die Chronik aller Preisträger*innen des Alfred-Kerr-Darstellerpreises

Veröffentlicht unter: Theater/Oper

Kommentare sind geschlossen.